Warum eine eigene Bildsprache sich lohnt.

Wir leben in einem visuellen Zeitalter. Plattformen wie Instagram und TikTok fluten unsere Aufmerksamkeit permanent mit Bildern. Wildfremde Menschen fuchteln mit Produkten vor der Kamera herum und erzählen, warum Produkt X oder Produkt Y so super sind. Um in diesem visuellen Brei durchzudringen, sind starke und vor allem konsistente Visuals hilfreich.

Warum Bilder sprechen können

Ein Bild kann mehr transportieren als den reinen Bildinhalt. Es kann erzählen, wer sein Absender ist, ganz ohne Text oder Logo. Die Art wie es fotografiert ist, die Farbigkeit, der Style, der Look & Feel – eine Bildsprache definiert genau das und schafft eine visuelle Duchgängigkeit, die das Branding einer Marke über alle Kanäle hinweg verstärkt.

Neue Kanäle, alte Regeln

Zwar hat Social Media unsere Medienlandschaft verändert, aber die alten Gesetze der Kommunikation gelten nach wie vor: Wiedererkennbarkeit und Frequenz bestimmen den Werbeerfolg mit. Starke Visuals – damit schließe ich Fotos und Videos mit ein – können in diesem Zusammenhang nach wie vor sehr viel für ihr Geld leisten.

Halt, Stop!

Starke Visuals erregen Aufmerksamkeit. Sie stoppen den Scrollvorgang, lenken den Blick und sorgen dafür, dass unser System 1 (das Unterbewusstsein) unserem System 2 (das Bewusstsein) mitteilt: „Hey, da ist etwas Interessantes. Das kennen wir noch nicht. Das solltest du dir mal anschauen. Vielleicht ist das gut für uns (Mein Schatz)1“.

Ach, die schon wieder!

Starke Visuals werden gespeichert und signalisieren im günstigsten Fall, den wir natürlich immer anstreben, eine Belohnung. Ein Beispiel: Wir scrollen durch Instagram und bleiben an einem Bild hängen, das wir so ähnlich schon einmal gesehen haben. System 1 (das Unterbewusstsein) sagt uns: „Hey, System 2! Aufwachen! Da sind wieder diese lustigen Vögel. Schau doch rein. Das lohnt sich. Letztes Mal haben wir richtig [gelacht/gespart/genossen]!”2.

Gute Assets sind ein lohnendes Investment

Ja, die Produktion von eigenen Bildern oder gar Videos ist mit Aufwand und Kosten verbunden. Aber: Web und Social sind ohne starke eigene Motivsprache nur halb so wirksam. Für austauschbare Motive und Bilder wird – genau wie für austauschbare Botschaften – eben kein freier Speicherplatz in unserem Gehirn bereitgestellt.

Schwache Bilder können in Millisekundenbruchteilen die ganze Mühe, die in Positionierungsarbeit, Texte oder Programmierung geflossen sind, verderben.

Online als Leitmedium

Für viele Unternehmen ist der digitale Auftritt mittlerweile oft das Leitmedium. Manche Unternehmen bespielen sogar nur wenige andere Kanäle und verfügen entsprechend über nur wenige eigene Assets. Folglich definiert das Webdesign oft den gesamten Markenauftritt. Dazu gehört auch die Bildwelt, die leider viel zu oft zu kurz kommt.

Ein Grund dafür: Die Erwartungshaltung ist oft unklar – gebrieft wird ein Webdesign-Relaunch, gewünscht wird aber viel eher ein Refresh des Markenauftritts. Inklusive Bildern. Im Zweifel hilft hier das Gespräch und der Erwartungsabgleich mit dem Agenturpartner.

1 J. R. R. Tolkien, Der Herr der Ringe, Stuttgart: Klett-Cotta 
2 Daniel Kahneman, Schnelles Denken, langsames Denken, München: Siedler Verlag 2012

Portrait des Creative-Director Konzept vor einer Sichtbetonwand.
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